Website-Wissen

Zielgruppe finden mit KI: So weißt du, für wen du schreibst

Wie ChatGPT und Claude helfen, eine Zielgruppe zu schärfen. Konkrete Prompts, Buyer-Persona-Template und typische Fehler.

Technik & KI 5 Minuten Lesezeit
Von Julia Wirnsberger

Auf einen Blick

Bevor du auch nur eine Zeile auf deiner Website schreibst, musst du eine Frage beantworten: Für wen schreibst du eigentlich? Viele Gründer:innen überspringen diesen Schritt – und merken es erst, wenn ihre Website fertig ist, aber niemanden wirklich anspricht. Die gute Nachricht: Mit KI kannst du deine Zielgruppe schneller und tiefer verstehen als je zuvor.

Bevor du auch nur eine Zeile auf deiner Website schreibst, musst du eine Frage beantworten: Für wen schreibst du eigentlich? Viele Gründer:innen überspringen diesen Schritt – und merken es erst, wenn ihre Website fertig ist, aber niemanden wirklich anspricht. Die gute Nachricht: Mit KI kannst du deine Zielgruppe schneller und tiefer verstehen als je zuvor.

Warum “alle ansprechen” nicht funktioniert

Eine Website, die für alle ist, ist für niemanden. Wenn du versuchst, zu viele Menschen gleichzeitig anzusprechen, wird dein Text vage, deine Botschaft verwässert und dein Angebot wirkt austauschbar.

Das klassische Problem: Du beschreibst, was du anbietest – aber nicht, für wen und warum es für genau diese Person der richtige nächste Schritt ist. Ergebnis: Besucher:innen scrollen durch deine Seite, verstehen nicht, ob sie gemeint sind, und verlassen sie wieder.

Je enger du deine Zielgruppe definierst, desto klarer werden automatisch dein Text, dein Design und dein Angebot.

Was eine gute Zielgruppe wirklich ausmacht

Eine Zielgruppe ist mehr als “Frauen zwischen 30 und 50” oder “kleine Unternehmen”. Was du wirklich brauchst:

Demografische Merkmale – Wer sind sie? Selbstständig, angestellt, in welcher Branche?

Psychografische Merkmale – Was bewegt sie? Welche Ängste, Wünsche, Frustrationen haben sie?

Konkrete Situation – In welchem Moment sind sie, wenn sie auf deine Website stoßen? Was suchen sie gerade?

Ziel – Was wollen sie erreichen? Welches Problem wollen sie lösen?

Erst wenn du diese Fragen beantworten kannst, kann deine Website wirklich ankommen.

So nutzt du KI zur Zielgruppenanalyse

KI – allen voran ChatGPT oder Claude – ist ein hervorragender Sparringspartner, um deine Zielgruppe zu schärfen. Hier sind drei konkrete Ansätze:

1. Das Persona-Interview

Lass die KI eine deiner Wunschkund:innen spielen und stelle ihr Fragen. Du kannst zum Beispiel so starten:

„Du bist eine selbstständige Ernährungsberaterin, die seit drei Jahren ohne professionelle Website arbeitet. Sie bekommt Kund:innen über Empfehlungen, möchte aber wachsen. Ich bin Webdesignerin und frage dich jetzt: Was beschäftigt dich, wenn du an deine Online-Präsenz denkst? Was hält dich davon ab, eine Website zu erstellen?”

Die Antworten zeigen dir echte Einwände, Ängste und Wünsche – und geben dir Material für deine Website-Texte.

2. Die Gegenfragen-Methode

Beschreibe der KI kurz, was du anbietest – und bitte sie dann, dir so lange Gegenfragen zu stellen, bis deine Zielgruppe wirklich klar ist:

„Ich biete Webdesign für Selbstständige an. Stelle mir Fragen, bis wir gemeinsam herausgefunden haben, wer genau meine idealen Kund:innen sind.”

Oft kommen dabei Fragen, auf die du noch keine Antwort hast – das ist wertvoll, denn es zeigt dir, wo du noch Klarheit brauchst.

3. Die Schmerzpunkte-Analyse

Lass die KI häufige Probleme, Suchbegriffe und Fragen deiner Zielgruppe zusammenstellen:

„Welche Fragen stellen sich Coaches und Berater:innen, die zum ersten Mal eine eigene Website erstellen möchten? Liste die 10 häufigsten Ängste und Unsicherheiten auf.”

Diese Liste ist Gold wert – sie gibt dir nicht nur Inhalt für deine Website, sondern auch Ideen für Blog-Artikel, Social-Media-Posts und E-Mails.

Vom Profil zum Text: Was du mit deiner Zielgruppe anfängst

Sobald du ein klares Bild hast, passiert etwas Spannendes: Dein Website-Text schreibt sich fast von selbst. Du weißt, welche Worte deine Zielgruppe benutzt, welche Probleme sie beschäftigen und welchen nächsten Schritt sie brauchen.

Konkret hilft dir das bei:

  • Der Headline auf deiner Startseite – Sprich direkt die Situation an, in der sich deine Zielgruppe gerade befindet
  • Dem Angebots-Text – Zeige, dass du genau weißt, womit sie kämpfen
  • Dem CTA – Formuliere den nächsten Schritt so, dass er sich für genau diese Person logisch anfühlt
  • Dem gesamten Ton – Förmlich oder locker? Fachlich oder verständlich? Das hängt komplett von deiner Zielgruppe ab

Die häufigste Falle vermeiden

Viele Gründer:innen definieren ihre Zielgruppe anhand ihrer bisherigen Kund:innen – und das ist ein guter Startpunkt. Aber Vorsicht: Deine bisherigen Kund:innen sind nicht unbedingt deine idealen Kund:innen.

Frage dich: Mit wem hast du am liebsten gearbeitet? Bei welchen Projekten hat alles gut funktioniert? Wer hat deinen Wert wirklich verstanden und geschätzt? Diese Menschen sind deine echte Zielgruppe – nicht die, die zufällig angerufen haben.

Zielgruppe ist kein einmaliges Projekt

Deine Zielgruppe verändert sich, wenn du wächst. Was heute passt, muss in zwei Jahren nicht mehr stimmen. Deshalb lohnt es sich, diesen Schritt nicht nur einmalig zu machen, sondern regelmäßig zu überprüfen: Sprechen meine aktuelle Website und meine aktuellen Inhalte noch die richtigen Menschen an?

KI kann dir dabei helfen, diesen Prozess schneller zu machen – als Sparringspartner, als Fragenmaschine, als Testleser:in für deine Texte.

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Zusammenfassung

  • KI kann dir helfen, Zielgruppen klarer zu analysieren und konkrete Bedürfnisse sichtbar zu machen.
  • Gute Zielgruppenarbeit geht über demografische Daten hinaus und betrachtet Probleme, Wünsche und Entscheidungskriterien.
  • Je besser du deine Zielgruppe verstehst, desto klarer werden Website-Struktur, Texte und Angebote.

Autorin

Julia Wirnsberger

Julia entwickelt mit GoCreateYourWebsite.com und EasyFlow 2.0 klare Prozesse für Selbstständige und Gründer:innen, die ihre Website selbst aufbauen wollen. Ihr Fokus liegt auf Strategie, verständlichen Website-Texten, moderner KI-Unterstützung und machbarer Umsetzung. EasyFlow 2.0 ansehen

Julia Wirnsberger von gocreate

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