Auf einen Blick
Viele Gründer:innen stellen sich diese Frage, sobald sie ernsthaft über ihren professionellen Online-Auftritt nachdenken. Und die Antwort, die sie sich selbst geben, lautet oft: „Ja, wahrscheinlich schon.” Denn eine professionelle Website braucht Profis, oder?
Nicht unbedingt. Und dieser Artikel erklärt, warum.
Warum der Gedanke „Ich brauche eine Agentur” so verständlich ist
Der Reflex ist nachvollziehbar. Agenturen klingen nach Sicherheit: Jemand übernimmt die Technik, kümmert sich um das Design, denkt an SEO und liefert am Ende eine fertige Website. Du musst keine Entscheidungen über Farben, Schriften oder Seitenstruktur treffen – das wird für dich erledigt.
Außerdem verbinden viele Menschen „professionell” automatisch mit „extern gemacht”. Ein:e Webdesigner:in oder eine Agentur = professionell. Selbst gemacht = irgendwie weniger wert, beliebiger, sichtbar selbstgebaut.
Dieser Gedanke war früher berechtigt. Heute stimmt er nicht mehr uneingeschränkt.
Was eine Agentur-Website wirklich kostet
Sprechen wir kurz über Zahlen, denn oft ist das der entscheidende Faktor.
Eine professionelle Website für ein kleines Unternehmen oder eine Selbstständige kostet bei einer österreichischen oder deutschen Agentur je nach Anbieter und Umfang typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro in der Erstellung – manchmal mehr. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Anpassungen, die je nach Anbieter zwischen 100 und 300 Euro pro Monat liegen können.
Stundensätze von Webagenturen liegen im deutschsprachigen Raum zwischen 60 und 200 Euro – im Schnitt rund 130 Euro pro Stunde [1, 2].
Das bedeutet: Jede Änderung nach dem Launch – eine neue Angebotsseite, ein anderer Titel, ein anderes Bild – kostet zusätzlich. Und in der Gründungsphase ändern sich Angebot, Zielgruppe, Texte und Positionierung häufig noch.
Wann eine Agentur wirklich sinnvoll ist
Es gibt Situationen, in denen eine Agentur die richtige Wahl ist. Die Ehrlichkeit gehört dazu.
Eine Agentur macht Sinn, wenn:
- du die Umsetzung vollständig abgeben möchtest und das Budget dafür hast
- deine Website technisch komplex ist: Mitgliederbereiche, Onlineshop mit Produktverwaltung, komplexe Web-Apps oder individuelle Sonderfunktionen
- du ein größeres Unternehmen mit mehreren Freigabestellen und klaren internen Prozessen bist
- du eine sehr spezifische Designvision hast, die viel individuelle Entwicklungsarbeit erfordert
In diesen Fällen ist die Investition in eine gute Agentur gut angelegtes Geld.
Wann eine Agentur für Gründer:innen problematisch ist
Für viele selbstständige Dienstleister:innen und Gründer:innen ist die Agenturlösung zum Start jedoch mit spezifischen Problemen verbunden:
1. Hohe Investition in einem frühen Stadium
Du investierst mehrere Tausend Euro in eine Website für ein Business, das sich noch entwickelt. Positionierung, Angebot, Zielgruppe, Preise und Texte verändern sich in den ersten Monaten oft erheblich. Was heute stimmt, kann in einem halben Jahr schon nicht mehr passen.
2. Abhängigkeit von Dritten
Wenn die Agentur die Website gebaut hat, bist du in der Regel auf sie angewiesen, um Änderungen durchzuführen. Jedes Update kostet Zeit, Absprachen und häufig auch Geld. Das schränkt deine Flexibilität ein – gerade in der Gründungsphase, wo schnelles Reagieren wichtig ist.
3. Abstimmungsaufwand
Eine gute Agentur braucht von dir klare Briefs: Welche Texte soll sie verwenden? Welche Farben? Was soll die Website kommunizieren? Wer ist deine Zielgruppe? Was macht dein Angebot aus? Wenn du diese Fragen noch nicht klar beantworten kannst, kann die Agentur nicht gut arbeiten – und du wirst mit einem Ergebnis leben müssen, das diese Unklarheiten widerspiegelt.
4. Du verstehst deine Website nicht wirklich
Wenn alles extern gemacht wurde, fehlt dir das Verständnis dafür, wie deine Website funktioniert, was auf ihr steht und warum. Das macht spätere Weiterentwicklung schwieriger.
Der dritte Weg: weder Agentur noch Baukasten-Basteln
Viele Gründer:innen sehen nur zwei Optionen: Agentur (teuer, professionell) oder Baukasten wie Wix/Jimdo (günstig, beliebig). Beide Extreme haben ihren Platz – aber für viele Dienstleister:innen passt weder das eine noch das andere wirklich gut.
Es gibt heute einen dritten Weg: ein geführter Prozess, der Strategie mit moderner KI-Unterstützung verbindet.
Dieser Ansatz funktioniert so:
- Zuerst werden Angebot, Zielgruppe, Positionierung und Kernbotschaften geklärt
- Dann entstehen Seitenstruktur, Texte und ein Designsystem
- Danach wird die Website mit KI-gestützter Umsetzung gebaut
- Am Ende hast du eine Website, die du selbst verstehst und später weiterentwickeln kannst
KI kann in diesem Prozess enorm viel übernehmen – von der Textentwicklung über Layout-Entwürfe bis zur technischen Umsetzung. Studien zeigen, dass KI in kreativen und technischen Prozessen die Produktivität um bis zu 40 Prozent steigern kann [4]. Aber: KI allein – ohne strategischen Kontext – liefert generische Ergebnisse. Der Schlüssel liegt in der richtigen Reihenfolge.
Was du am Ende wirklich brauchst
Eine professionelle erste Website als Gründer:in oder selbstständige:r Dienstleister:in braucht:
- ein klar formuliertes Angebot
- eine definierte Zielgruppe
- eine logische Seitenstruktur
- überzeugende Texte, die dein Angebot erklären
- ein klares Designsystem (Farben, Schriften, Bildsprache)
- eine technische Umsetzung, die funktioniert und zuverlässig läuft
- einen Weg, die Website später selbst weiterzuentwickeln
Genau das kann heute mit einem geführten Prozess und KI-Unterstützung selbst erarbeitet werden – ohne Programmierkenntnisse, ohne KI-Vorkenntnisse und ohne Agenturbudget.
Fazit: Eine Agentur ist keine schlechte Wahl – aber oft nicht die erste
Agenturen sind nicht überflüssig. Sie leisten gute Arbeit und es gibt viele Projekte, für die sie die richtige Lösung sind.
Aber für Gründer:innen und selbstständige Dienstleister:innen, die am Anfang stehen, flexibel bleiben wollen und ihre Website als lebendiges Kommunikationsmittel verstehen – für diese Gruppe ist eine Agentur häufig nicht die klügste erste Wahl.
Die Frage ist nicht: „Kann ich mir eine Agentur leisten?” Die Frage ist: „Welcher Weg hilft mir, jetzt professionell online zu gehen und mein Business dabei wirklich zu verstehen?”
Wenn du neugierig bist, wie dieser dritte Weg in der Praxis aussieht, dann sieh dir das kostenlose Video an. Dort zeige ich dir, wie eine professionelle Dienstleistungswebsite mit einem klaren Prozess und KI-Unterstützung entstehen kann – Schritt für Schritt.
Quellen
Zusammenfassung
- Eine Agentur ist sinnvoll, wenn Budget, Anforderungen und Briefing bereits klar sind.
- Für viele Gründer:innen ist eine Agentur am Anfang teuer und wenig flexibel.
- Ein eigener geführter Prozess kann eine realistische Alternative sein, wenn du deine Website verstehen und selbst weiterentwickeln willst.
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